Kommunizieren

Menschen mit Demenz verlieren nach und nach die Fähigkeit zu kommunizieren. Das ist für alle Betroffenen schmerzlich. Normale Gespräche mit der Mutter oder dem Vater, dem Partner oder der Partnerin werden zunächst schwierig, dann unmöglich. Wichtig ist es, sich immer wieder in die Situation des Kranken zu versetzen. Dann finden sich Wege, um miteinander im Kontakt und im Gespräch zu bleiben.

Stellen Sie sich vor, die Menschen in Ihrer Umgebung sprechen ständig von Dingen, die Sie nicht verstehen. Jeder tut aber so, als sei alles ganz selbstverständlich. Wie würden Sie reagieren? Verstört? Verärgert? Eingeschüchtert? Wenn Sie diese Fragen mit Ja beantworten, wissen Sie, wie es Demenzkranken sehr häufig geht.

Verständnis aufbringen

Angehörige sollten versuche, sich auf ihr demenzkrankes Familienmitglied einzustellen – denn umgekehrt geht es nicht mehr. Sinnlos ist es beispielsweise, einen Menschen mit Demenz darauf hinzuweisen, dass Sie ihm eine Frage vor fünf Minuten schon einmal beantwortet haben. Vielmehr löst dies unter Umständen Aggressionen und Konflikte aus. Um eine Eskalation zu vermeiden, sollten Sie geduldig auf diese Wiederholungen reagieren, auch wenn es Ihnen innerlich schwerfällt. Antworten Sie lieber noch einmal oder lenken Sie das Gespräch auf ein anderes Thema.

Wichtig ist auch zu verstehen, dass Menschen mit Demenz Vergangenheit und Gegenwart durcheinander bringen können. Gutes Zureden und Argumente holen sie nicht aus ihrer Realität zurück. Vielmehr sollten Sie sich auf diese Realität einlassen. Dazu gehört, die Äußerungen, Gefühle und das Verhalten der Kranken ernst zu nehmen

Wertschätzend Kommunizieren

Die Fähigkeit zu sprechen, nimmt mit Fortschreiten der Demenz immer weiter ab. Schwierigkeiten bei der Verständigung führen dazu, dass sich die Betroffenen häufig enttäuscht, verwirrt oder auch isoliert fühlen.  Es ist daher wichtig, Wege zu finden, trotz gestörter Sprache in Verbindung zu bleiben.

Sprachliche Äußerungen von Menschen mit Demenz werden mit der Zeit immer zusammenhangloser und scheinen oft inhaltsleer zu sein. Umso wichtiger wird es, auf den Sinn hinter dem Gesagten zu achten. Je länger und je besser die betreuende Person den Betroffenen kennt, desto besser gelingt es ihr meist, die Wünsche und Bedürfnisse hinter den Worten herauszufiltern.

Die Fähigkeit des Erkrankten, nichtsprachliche Äußerungen zu verstehen und zu benutzen, bleibt sehr lange erhalten. Deshalb wird es immer wichtiger, auf seine Körpersprache zu achten und aufgrund von Haltung, Gestik und Gesichtsausdruck zu entschlüsseln, was er Ihnen mitteilen möchte.

Hier einige wichtige Aspekte, wie Ihnen eine wertschätzende Kommunikation gelingen kann:

  • Menschen mit Demenz brauchen wie wir alle Bestätigung. Sprechen Sie über Dinge, die Ihre demenzkranke Mutter oder Ihr demenzkranker Ehemann gut gemacht hat. Kritisieren Sie nicht.
  • Räumen Sie falsch abgelegte Dinge stillschweigend an ihren richtigen Platz – Ihr Angehöriger hat nichts davon, mit der Brille im Kühlschrank konfrontiert zu werden.
  • Menschen mit Demenz brauchen Zeit und Ruhe, um über den nächsten Schritt oder eine Antwort nachzudenken. Stellen Sie sich darauf ein.
  • Der kranke Mensch sollte das Gefühl bekommen, dazuzugehören. Stellen Sie einfache Fragen wie: Was siehst du? Hörst du den Bus draußen kommen? Wie geht es dir gerade?
  • Wenn es um den reinen Informationsaustausch geht, formulieren Sie Ihre Frage am besten so, dass sie sich mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten lässt.
  • Stellen Sie vor jedem Gespräch Blickkontakt her und reden Sie Ihren Angehörigen mit Namen an.
  • Reden Sie langsam, deutlich und in kurzen Sätzen. Vermeiden Sie Ironie oder übertragene Bedeutungen – das verstehen Demenzkranke nicht mehr.
  • Wiederholen Sie wichtige Informationen. Verwenden Sie dabei immer dieselbe Formulierung.
  • Vermeiden Sie Diskussionen.
  • Überhören Sie Anschuldigungen und Vorwürfe, denn diese sind oft Ausdruck von Hilflosigkeit und Frustration und richten sich nicht gegen Sie persönlich. Lassen Sie einen Moment verstreichen und wechseln Sie dann das Thema.
  • Stellen Sie nicht mehr als zwei Angebote zur Auswahl. Fragen Sie lieber: „Möchtest du einen Apfelsaft oder lieber einen Orangensaft?“ anstatt: „Welchen Saft möchtest du trinken?“